Lea Dietrich erhält die Otto-Hahn-Medaille für Nachwuchswissenschaftler*innen

Ihre Dissertation über die Struktur mitochondrialer Proteine hat ihr eine der höchsten Auszeichnungen der Max-Planck-Gesellschaft für junge Forschende eingebracht

1. Juli 2025

Die Max-Planck-Gesellschaft hat Dr. Lea Dietrich mit der renommierten Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet und damit ihre Arbeit zur Struktur und Organisation von Proteinen der inneren Mitochondrienmembran gewürdigt. Der Preis ehrt herausragende wissenschaftliche Leistungen im Rahmen einer Doktorarbeit und ermutigt junge Talente, eine Karriere in der Forschung einzuschlagen.

Text: Pamela Ornelas

Seit 1978 wird die Otto-Hahn-Medaille jährlich an eine ausgewählte Gruppe von Wissenschaftlern aus allen Forschungsbereichen der Max-Planck-Gesellschaft verliehen. In diesem Jahr gehört Dr. Lea Dietrich, Alumna des Max-Planck-Instituts für Biophysik, zu den 30 Preisträgern dieser renommierten Auszeichnung.

Otto-Hahn-Medaille „für die Aufklärung der Anordnung der mitochondrialen GTPase MGM1 und ihrer Rolle bei der Umgestaltung der mitochondrialen Cristae sowie für neue Einblicke in die ATP-Synthase und ihre Rotationszustände, die der ATP-Erzeugung zugrunde liegen.“

Leas Doktorarbeit kombinierte Kryo-Elektronentomographie mit Bilderkennung, um Proteine zu untersuchen, die an der Gestaltung der Mitochondrienarchitektur beteiligt sind. Ihre Dissertation konzentrierte sich auf ein Protein namens Mgm1, das sich zu langen, spiralförmigen Filamenten zusammenlagert, welche die innere Mitochondrienmembran umgestalten – ein essenzieller Prozess für die zelluläre Gesundheit und die Energieproduktion.

Darüber hinaus erweiterte sie unser Verständnis der ATP-Synthase, der molekularen Turbine unserer Zellen. Indem sie unterschiedliche Zustände dieses Proteinmotors innerhalb von Zellen festhielt, lieferte sie den ersten in situ Einblick in dessen katalytische Bewegung, die die Produktion von ATP antreibt – der universellen Energiewährung der Zelle. Ihre Ergebnisse sind nicht nur wissenschaftlich beeindruckend, sondern auch visuell faszinierend und bieten eine einzigartige Perspektive auf die Komplexität des Lebens im molekularen Maßstab.

Angetrieben von Mitochondrien

Lea Dietrichs Interesse an der Mitochondrienforschung wird von ihrer Neugier getragen, zu erforschen und zu verstehen, wie Zellen Energie auf molekularer Ebene umwandeln. Ihr übergeordnetes Ziel ist es, die einzelnen Bausteine zu untersuchen, die gemeinsam die Funktion der Mitochondrien sicherstellen, und die bislang unbekannten mitochondrialen Mechanismen aufzudecken.

Nach dem Abschluss ihres Studiums an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg kam Lea als Doktorandin in die Abteilung für Strukturelle Biologie unter der Leitung von Werner Kühlbrandt am Max-Planck-Institut für Biophysik. Später vertiefte sie ihre Arbeit zur In-situ-Mitochondrienstruktur und zur ATP-Synthase durch einen Postdoc in derselben Gruppe.

Heute setzt Lea Dietrich ihre wissenschaftliche Laufbahn als Minerva-Fast-Track-Stipendiatin am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in der Abteilung für Synaptische Plastizität unter der Leitung von Erin Schuman fort. Derzeit untersucht sie die einzigartigen Funktionen neuronaler Mitochondrien und deren Einfluss auf die mitochondriale Struktur. Ihre Arbeit wird weiterhin von Neugier, Kreativität und einer tiefen Wertschätzung für die winzigen Motoren angetrieben, die unsere Zellen – und damit unser Gehirn – versorgen. Sie ist eine mehr als verdiente Trägerin der Otto-Hahn-Medaille und ein leuchtendes Beispiel für junge Frauen, die eine Karriere in der Wissenschaft anstreben.

Mehr erfahren:

  • Lesen Sie die offizielle Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft hier.
  • Lesen Sie mehr über Lea Dietrichs Arbeit zur ATP-Synthase hier.
  • Besuchen Sie die Website der Abteilung für Synaptische Plastizität hier.

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