SCALE als DFG-Exzellenzcluster ausgewählt

27. Mai 2025

Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass die SCALE-Cluster-Initiative „Subcellular Architecture of Life“ nach einem hochkompetitiven Begutachtungsverfahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Exzellenzcluster ausgewählt wurde.

Text: Pamela Ornelas

Am Campus Riedberg der Goethe-Universität Frankfurt beheimatet, widmet sich SCALE einer grundlegenden Frage der Biologie: Wie entsteht, erhält und verändert sich die komplexe Architektur von Zellen – insbesondere unter Bedingungen von Stress, Alterung und Krankheit? Durch die Erforschung dieser zentralen Mechanismen will SCALE unser Verständnis der zellulären Organisation grundlegend erweitern.

Am 22. Mai 2025 wählte die Exzellenzkommission der DFG insgesamt 70 Forschungscluster aus, die im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert werden. Die Kommission zeichnet damit wissenschaftliche Programme von höchstem Niveau aus, wie auch SCALE, das zunächst für eine Laufzeit von sieben Jahren gefördert wird und so Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit in den Lebenswissenschaften weiter stärkt.

Wir gratulieren dem gesamten SCALE-Team von Herzen und danken den Sprecherinnen und Sprecher Inga Hänelt, Michaela Müller-McNicoll und Martin Beck für ihre Vision und Führungsstärke bei der Gestaltung des Clusters in den vergangenen Jahren. Michaela Müller-McNicoll ist Max-Planck-Fellow am Max-Planck-Institut für Biophysik, an dem Martin Beck zudem als Direktor tätig ist. Alle drei sind Professor*innen an der Goethe-Universität Frankfurt.

 

SCALE vereint 55 Forschungsgruppen von sieben deutschen Institutionen: der Goethe-Universität Frankfurt, dem Max-Planck-Institut für Biophysik, dem Max-Planck-Institut für Hirnforschung, dem Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Universität des Saarlandes sowie dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur. Verbunden durch ein gemeinsames Ziel wollen die Forschenden mithilfe modernster Technologien ein neues Verständnis biologischer Selbstorganisation erschließen.

Im Zentrum dieser Mission steht die Entwicklung detaillierter digitaler Modelle subzellulärer Umgebungen, sogenannter Digital Twins. Diese digitalen Zwillinge ermöglichen es den Forschenden, zelluläres Verhalten auf völlig neue Weise zu simulieren, zu manipulieren und vorherzusagen – und ebnen so den Weg für eine neue Ära der molekularen Lebenswissenschaften.

Darüber hinaus bildet die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses einen zentralen Bestandteil der SCALE-Strategie. Der Cluster beinhaltet ein eigenes Graduiertenzentrum, SCALE-it, in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität und dem FIAS. SCALE-it bietet Workshops, Vorlesungen und praxisorientierte Schulungen, die speziell auf Promovierende zugeschnitten sind, und unterstützt sie zudem finanziell bei Forschungsaufenthalten, Konferenzen und der Karriereentwicklung.

„SCALE wird die Stärken in experimenteller und theoretischer Wissenschaft mehrerer Institute vom Campus Riedberg und darüber hinaus vereinen.“
Martin Beck – SCALE Sprecher

Am Max-Planck-Institut für Biophysik sind wir stolz darauf, von Anfang an eng in die SCALE-Initiative eingebunden gewesen zu sein. Alle unsere derzeitigen Direktoren und viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben aktiv zur Gestaltung des Clusters und zu seinem Erfolg beigetragen. Darüber hinaus ist unsere International Max Planck Research School on Cellular Biophysics (IMPRS-CBP) eng mit SCALE verknüpft – sie teilen sich Fakultätsmitglieder, Studierende und das gemeinsame Ziel, durch interdisziplinäre Ausbildung und Spitzenforschung die grundlegenden Prinzipien der zellulären Architektur zu entschlüsseln.

Martin Beck, Direktor der Abteilung Molekulare Soziologie an unserem Institut und einer der SCALE-Sprecher, beschreibt die Vision des Clusters und seine Zukunft:

„Das Forschungsprogramm von SCALE ist vom IMPRS-Programm zur Zellbiophysik inspiriert, geht jedoch noch einen Schritt weiter. Seine Vision ist es, komplexe biologische Phänomene zu verstehen, indem verschiedene Datentypen in Computersimulationen subzellulärer Bereiche integriert werden, die als digitale Zwillinge von Zellen bezeichnet werden. SCALE wird die Stärken in experimenteller und theoretischer Wissenschaft mehrerer Institute vom Campus Riedberg und darüber hinaus vereinen. Es wird außerdem in hohem Maße mit den Forschungsarbeiten zu Mitochondrien, der Kernhülle, Autophagie und Membranproteinen am MPI für Biophysik synergetisch zusammenwirken.“

Weiterführende Informationen: 

  • Besuchen Sie die Website von SCALE hier.
  • Erfahren Sie mehr über das Graduiertenzentrum SCALE-it hier.
  • Lesen Sie die Originalveröffentlichung der DFG hier.

Liste der mit SCALE kooperierenden MPI für Biophysik Fakultätsmitglieder:

 

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