Dr. Martin Beck ist neuer Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysik

Dr. Martin Beck, © M. Beck

15. Januar 2019

Dr. Martin Beck ist neuer Direktor am MPI für Biophysik in Frankfurt am Main

Wir freuen uns sehr, dass Dr. Martin Beck vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg den Ruf der Max-Planck-Gesellschaft zum wissenschaftlichen Mitglied und Direktor am MPI für Biophysik angenommen hat.
Er wird die neue Abteilung Molekulare Soziologie aufbauen, die eine exzellente Ergänzung zu den jetzigen Forschungen am Institut darstellt. Martin Beck ist ein hervorragender Experte auf dem Gebiet der Kernporenkomplexe, die er durch Kombination von verschiedenen Verfahren wie Kryo-Elektronentomographie (CET), Proteomik, biochemische und massenspektroskopische Methoden untersucht.

Martin Beck promovierte im Bereich Molekulare Strukturbiologie bei Wolfgang
Baumeister, Direktor am MPI für Biochemie in Martinsried. Dabei befasste er sich mit der Struktur der Kernporen (NPC: nuclear pore complex), makromolekularen, Maschinen welche für die Kommunikation zwischen dem Zellkern und dem Zytoplasma verantwortlich sind. Deren dreidimensionale Struktur konnte mittels Kryo-Elektronentomographie rekonstruiert und unterschiedlichen funktionellen Zuständen zugeordnet werden. Nach seiner Promotion 2006 ging Martin Beck als Postdoktorand an die ETH Zürich (Eidgenössische Technische Hochschule) ins Labor von Professor Ruedi Aebersold, einem der Pioniere der Proteomforschung. Hier entwickelte er integrative Methoden zur quantitativen Analyse der makromolekularen Zusammensetzung und Architektur von Zellen.

Seit 2010 leitete Martin Beck die Forschungsgruppe Structure and function of large macromolecular assemblies am EMBL, wo er seine Methodik weiter verfeinert und ausgeweitet hat. Mit der Förderung durch ERC Grants (2013 und 2018) konnte das Team die Zusammensetzung und Struktur der menschlichen Kernpore im Detail erfassen und zelltyp-spezifische Unterschiede charakterisieren. Sein Team untersuchte die Biogenese der Bestandteile von Kernporen in Eizellen von Drosophila melanogaster und konnte zeigen, dass diese vererbt werden, wodurch die frühe Embryonalentwicklung von der Mutter unterstützt wird.
Die traditionelle Vorstellung von Zellen, in denen sich unterschiedliche Moleküle zufällig treffen, um chemische Reaktionen miteinander einzugehen, ist mittlerweile überholt. Der Begriff „Molekulare Soziologie“ bezieht sich auf das Studium der Bindungen, welche die molekularen Bestandteile von Zellen kurz- oder längerfristig miteinander eingehen. Mit der neuen Abteilung in Frankfurt plant Martin Beck, biophysikalische Methoden anzuwenden, um solche molekularen Beziehungen zu studieren.

Webseite Martin Beck, EMBL:
Structure and function of large macromolecular assemblies


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